20.12.2017

HSG Holstein Kiel/ Kronshagen - FC St. Pauli 24:27 (12:13)

Auswärtsspiel am 16.12.17, 17:00 Uhr in Kiel (mit Backe).

 

Hochsicherheitsspiel

Da mir jetzt schon zum wiederholten Male vorgeworfen wurde, ich würde mich unzulässiger Weise immer über Dorfvereine lustig machen, werde ich in diesem Bericht Buße tun und mache mich zur Abwechslung mal über einen Stadtverein lustig.
 
Vorher muss ich wohl aber doch noch kurz ein paar Sätze zu den letzten beiden verlorenen Spielen verlieren. Macht halt weniger Spaß über Niederlagen zu schreiben, muss ich ja zugeben, aber auch das wurde zwischenzeitlich  schon zurecht angemahnt.
 
Von daher: Ja, das Pokalspiel gegen Ellerbek haben wir verloren. Richtig doof! Leider war ich nicht dabei, deswegen kann ich auch nicht viel mehr zu dem Spiel schreiben. War eben ein Pokalspiel unter der Woche. Ellerbek nutzte die Chance zur Revanche, war diesmal besser als wir und kommt scheinbar mit dieser schrecklichen „Doppelbelastung“ etwas besser klar als wir! ;-) Aber dafür können wir uns nun voll und ganz auf unsere bevorstehende Nichtmeisterschaft konzentrieren. Schade eigentlich, ich wollt ja schon mal gerne ins Pokalfinale...naja...
 
Ligaspiel gegen SCALA: Das Spitzenspiel. Leider war ich auch bei diesem Spiel nicht anwesend, das Ergebnis (26:29 für SCALA) lässt aber ein relativ ausgeglichenes Spiel vermuten, mit leichten Vorteilen für den bisher ungeschlagenen Gegner. SCALA ist halt ne starke Mannschaft, von daher haben wir uns schon ganz gut verkauft. Liest man den Bericht von SCALA, war es  wohl allerdings eher so, dass sie totaaaal schlecht gespielt haben (Zitat: „Was war mit uns los? War das vielleicht nicht unser Tag?“) und uns normaler Weise mit 20 Toren aus der Halle geschossen hätten. Gut, kann man schon so schreiben, klingt dann halt ganz schön...naja...erinnert mich ein bisschen an diese Mitschüler, die nach einer Klassenarbeit heulend in der Ecke saßen und dann doch ne 2+ geschrieben haben, welche mit den Worten „Und dabei hab ich noch nicht einmal dafür gelernt!!!“ kommentiert wurde. Jeder hatte diese Mitschüler...oder?
 
Irgendwie spielen die meisten Mannschaften ja immer total schlecht gegen uns. Scheint eine Gabe von uns zu sein, unsere Gegner schlechter zu machen. Das muss auch der einzige Grund dafür sein, dass wir so weit oben stehen. Andere Gründe fallen zumindest mir dafür nicht ein. Wir haben keine Zweit- oder wenigstens Drittligaspielerinnen „verpflichtet“, wir spielen immer noch ohne Backe (und finden das auch gar nicht so schlimm) und wir haben auch kein abgefahrenes Einlaufprozedere bei unseren Heimspielen entwickelt. Wie kann man so denn eigentlich noch was reißen, in der Profi-Oberliga...? Muss purer Zufall sein, unser Tabellenplatz! ;-)
 
Apropos abgefahrenes Einlaufprozedere: Am Freitag haben wir uns mal etwas Anschauungsunterricht gegönnt und uns die WM-Halbfinals der Handballfrauen angeguckt. Fast schon enttäuscht waren wir vom Einlaufen der Mannschaften. Mit Lasershow oder so war da nix. Gerade mal fünf schüchterne kleine C-Jugendmädchen in zu großen T-Shirts durften Spalier stehen und mit den Spielerinnen abklatschen. Merkwürdig für ne WM, wo bei den Männern doch mittlerweile in jedem Drittligaspiel der mega Zirkus fabriziert wird. Aber ok, umso besser.

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir aber noch nicht, dass die Mädchen sich für ihren eigentlichen Auftritt in Kiel nur warmgestanden hatten. Schon mal „Atmo schnuppern“, sozusagen. In Kiel trugen diese C-Jugendlichen dann nämlich kurze Glitzerkleidchen und tanzten mit lustigen Puscheln in der Hand beim Einlaufen der Teams eine super Choreo. „Cheerleader“ nennt man das im Fachjargon wohl...ja gut, wer es braucht. War ja eigentlich ganz niedlich und wenn die Mädels und Jungs Spaß dabei hatten, why not...zumindest besser als Helene Fischer...
 
Und damit sind wir dann auch schon direkt bei diesem Stadtverein, über den ich mich heute ja (nur ein bisschen) lustig machen wollte, angekommen. Kiel ist ja ne Stadt. Die HSG Holstein Kiel / Kronshagen somit ein Stadtverein. Die Anfahrt führte uns also nicht über einsame Feldwege, sondern über die A7. Auch nicht viel schöner zurzeit, im Übrigen...
Spiele Holstein Kiel gegen St. Pauli sind ja schon seit jeher eher unentspannt. Die Fanlager mögen sich halt nicht! Jagdszenen, Pyro-Chaos, Fahnenklau, Platzsturm...Vorkommnisse aus der Vergangenheit, aufgrund derer man auch aus unserem Spiel gegen die HSG Holstein Kiel / Kronshagen scheinbar ein Hochsicherheitsspiel machte. In der Halle herrschte zumindest absolutes Alkoholverbot, weshalb unsere aussetzenden beiden Torhüterinnen, welche gleichzeitig unseren Ultra-Block darstellten, relativ enttäuscht ihre Apfelschorle mit auf die Tribüne nehmen mussten. Fahnen, die man hätte klauen können, hatten sie eh nicht dabei und zum Platzstürmen und Jagen sind sie grundsätzlich viel zu faul. Hätten ja die Treppen wieder runtergemusst...naja...Torhüter halt...
 
Die ersten Spielminuten standen wir scheinbar noch so stark unter dem Eindruck der Puschel-Show, dass wir schnell mit vier Toren hinten lagen und uns erst einmal wieder ran kämpfen mussten. Dies gelang uns glücklicherweise recht schnell und zwei Sekunden vor dem Halbzeitpfiff konnten wir sogar die erste Führung erzielen. Mit 13:12 für uns ging es in die Halbzeit.
In der Halbzeitpause wurde der Ball dann von den Gastgeberinnen getreu ihrem Facebook-Motto: „#ohneharznixlos“ nochmal ordentlich mit Backe nachbeschmiert, vermutlich in der Hoffnung, uns damit aus dem Konzept zu bringen. Scheinbar kamen sie dann aber selbst nicht mehr so gut mit dem klebrigen Spielgerät zurecht. Naja, aber ein Versuch war es wert. #mitharzwohlauchnicht!

Die ersten 10 Minuten der zweiten Halbzeit gehörten uns und wir konnten mit 20:13 davon ziehen. Danach wurde es dann wieder etwas ausgeglichener. Kiel kam nochmal ran, aber am Ende reichte es zu einem 27:24 Auswärtssieg.
Tatsächlich liegen wir jetzt nach der Hinrunde auf dem dritten Tabellenplatz, womit ehrlicher Weise nicht wirklich zu rechnen war. Scheinbar machen wir doch ein paar Sachen ganz gut und sind deshalb mit der Hinrunde logischer Weise mehr als zufrieden.
 
Nun ist erst einmal Weihnachtspause. Kraft tanken, Kekse naschen, Glühwein trinken und dann wieder heiß machen auf die Rückrunde. In der heißt es für uns dann zu beweisen, dass der Tabellenplatz doch kein reiner Zufall ist!
Euch allen wünschen wir an dieser Stelle ein paar entspannte Feiertage und dann natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr!
 
Wir sehen uns im neuen Jahr in  alter Frische, forza,
eure 1. Frauen
 
 

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