12.02.2018

2. Männer - HSV/Hamm 02 29:27 (18:13)

Heimspiel am 10.02.2018 um 18:00, Sporthalle Budapester Straße

Die Skandal-Chronik

Der eindrucksvolle Sieg im Topspiel des Wochenendes geriet schon wenige Minuten nach Schlusspfiff in Vergessenheit. Mehrere Skandale erschütterten Fans, Freunde und Sponsoren der 2. Männer.

Die bislang der Öffentlichkeit präsentierte heile Welt des Erolgsteams, nur ein Konstrukt findiger Vermarkter des Fussballclubs mit angeschlossener Handballabteilung? Die Stars des Teams sind sich laut übereinstimmenden Medienberichten spinnefeind und auch am Stuhl des Trainers wird scheinbar seit Monaten kräftig gesägt.

Aber der Reihe nach: Als die 2. Männer am vergangenen Samstag in Minute 56 durch Felix D. die Führung auf 28:23 ausbauten, schien die Begegnung schon entschieden. Von da an jedoch, stellte das Team jegliche Bemühungen ein, die sicher geglaubten Punkte einzufahren. Ein Affront gegen den Trainer? Mannschaftskapitän Florian H. verneinte dies, nach Spielende darauf angesprochen, halbherzig: "Ich kann hier nicht für jeden sprechen, aber ich glaube, wir wollen uns eigentlich alle nur für höhere Aufgaben empfehlen. Da wäre so etwas nicht hilfreich."

19:20 Uhr: Der sonst so redselige Torhüterstar "The Götsch", welcher erst kurz vor Ende der Partie für "Kaschmir"-Ole K. eingewechselt wurde und mit entscheidenen Paraden großen Anteil am doppelten Punktgewinn hatte, verschwand nach Abpfiff wort- und grußlos in die Kabine. Die beiden Keeper würdigten sich bei der Auswechslung von K. übrigens keines Blickes.

19:25 Uhr: Redebedarf hatte hingegen ein anderer: Stevan Wiener. Der introvertierte Linksaussen, mit acht Treffern bester Schütze seines Teams an diesem Tag, gab direkt nach Schlußpfiff einer großen Zeitung ein Exklusiv-Interview. Dort gab er interessante Einblicke in sein Seelenleben und beschrieb detailliert, wie er einen solchen Sieg feiert. Aber auch das Mannschaftsgefüge wurde von ihm stark kritisiert.

Das er sich mit seinen getätigten Aussagen (erschienen in der Sonntagsausgabe) "ohne mich, wären wir absolutes Mittelmaß" und "eine Mannschaft nur aus mir bestehend, käme einer Weltauswahl gleich" nicht nur Freunde macht, scheint ihm egal. Angeblich soll der trickreiche Außen mit der Spielzeit schon abgeschlossen haben. Für die kommende Saison hat er wohl bereits in Flensburg und Kiel unterschrieben. Ein Fall für's Sportgericht, wie es scheint.

19:30 Uhr: Das nicht nur in der Mannschaft, sondern auch in der Abteilung derzeit vieles im Argen liegt, wird bereits länger hinter den Kulissen gemunkelt. Der beim Gegner stets beliebte Spieler mit der Nummer 79 schmiß angeblich das Team der 1. Frauen aus der Umkleide. "Drei Stunden zum Haare schön machen, sollten ja wohl reichen!" pöbelte er sich durch den Kabinentrakt. Einmal in Rage, holte er zum Rundumschlag aus. Denn auch Lars K. - ehemailges Teammitglied und jetzt Shootingstar der 1. Männer - bekam sein Fett weg. "Aus dem hätten wir was machen können, aber er wählt immer den Weg des geringsten Widerstands. Und jetzt müssen wir auch noch seinen kleinen Bruder durchschleppen".

Ähnliche verbale Ausfälle leistete sich offensichtlich auch Malte K. zu später Stunde beim Szene-Italiener. Im Ristorante "Da Mario" soll es noch zu häßlichen Wortgefechten mit Mannschaftskollegen und Trainerteam gekommen sein. Der Frust saß scheinbar tief beim Helden der Vorwoche, nachdem er keine Minute Spielzeit bekam. Offensichtlich eine Reaktion auf die eigenmächtige Einwechslung im Spiel zuvor. Coach G.-B. äusserte sich auf der Pressekonferenz im Anschluss an das Spiel dazu noch lapidar: „Solange wir nicht hinten liegen, sehe ich keinen Grund ihn zu bringen. Aber zwischen uns ist alles in Ordnung. Das war vor dem Spiel so abgesprochen. Er war auch angeschlagen.“

Trainer verlässt Mannschaftsabend frühzeitig

23:30 Uhr: Nur die halbe Wahrheit, wie es scheint. Denn laut Augenzeugenberichten verließ Star-Trainer Moritz G.-B. das abendliche Bankett frühzeitig und schrie auf offenerer Straße "Ich hab keinen Bock mehr auf den Sauhaufen!" Sein Berater Christian M. verhandelt angeblich bereits mit TuS Walle Bremen. "Ein schlafender Riese mit unglaublichem Potential, der durch solch einen erfahrenen Mann wachgeküsst werden kann. Ähnlich wie der hsv beim Fußball, nur das es hier funktionieren könnte."

Sonntag, 11:30 Uhr: Präsident Flak B. wurde am nächsten Tag vom Überschlagen der Ereignisse auf dem falschen Fuß erwischt: "Ich bin gerade erst aufgewacht und habe ziemliche Kopfschmerzen. Wissen Sie, da möchte ich erst einmal Rücksprache zu halten. Mir sind keine derartigen Vorkomnisse bekannt." Immerhin äusserte er sich zu dem Vorwurf, viele der Spieler würden sich überhaupt nicht mehr auf's Sportliche konzentrieren. "Sicherlich ist es uns bekannt, dass der ein oder andere gerne Mal über die Stränge schlägt. {...} Wir haben die Spieler eindrücklich darauf hingewiesen, dass sie Leistung auf dem Feld bringen müssen. Etliche Verträge laufen aus und wir werden hier keine faulen Äpfel mehr dulden. Die Spieler haben mir persönlich versprochen, dass sie sich wieder mehr auf's Wesentliche konzentrieren werden."

Ob auf Grund der angespannten Personalsituation - zu den Verletzten gesellt sich nun auch noch Henning G. - noch ein oder mehrere Spieler nachverpflichtet werden, wollte er sich nicht äussern.

Häufiger in der Klatschpresse als in der Halle?

Der Vorwurf ist nicht neu. Bereits seit Jahren diskutiert die aktive Fanszene der 2. Männer darüber, dass sich die Spieler nicht genug einbringen, um den großen Coup zu landen und zu sehr mit Nebenschauplätzen beschäftigt sind. Bestes Beispiel ist der seit Wochen streikende Till S., der nach der Winterpause seinen Südafrika Aufenthalt eigenmächtig verlängerte (wir berichteten).

Aber auch der bei den Fans beliebte, derzeit verletzte Shooter, Tobi K. (Spitzname: Dicki BumBum) soll sich schon lange nicht mehr mit dem verordnetem Reha-Programm auseinandersetzen. Der Liebhaber guten Essens wurde in der Schweiz gesichtet, als er wahlweise Schokolade und Käsefondue in sich reinstopfte.

Die Fans sind ob der jüngsten Ereignisse entsetzt. Kaum einer wollte sich zur aktuellen Lage äußern. Wir kamen trotzdem mit einem jungen Ultra' ins Gespräch, der aber verständlicherweise unerkannt bleiben möchte.


* Name wurde von der Redaktion geändert

Es bleibt also abzuwarten, ob diese Ansammlung von Individualisten noch einmal den Weg zurück in die Spur des Erfolges finden wird. Vieles spricht nicht dafür. Dennoch wirbt Rückraumspieler Fynn K. um die Gunst der Fans für's kommende Auswärsspiel beim Spitzenreiter: "Wir werden die Fans, die uns so treu begleiten, belohnen. Entweder mit einem Sieg, oder sie dürfen mal an unserem Bier nippen." Man darf gespannt sein, ob den hier großen Worten auch Taten folgen werden.

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