01.02.2020

Flensbourger Nietentage

Flensbourg [flɑ̃sbuʁ] aus dem Französischen übersetzt bedeutet so viel wie "nach und aus Flensburg"

Endlich ist es soweit, denn die letzte Auswärtstour nach Flensburg und Umland ist vollzogen. Und das negativ. Zwar war es bei weitem nicht so schlimm wie im Hinspiel und das Ergebnis klingt härter als es tatsächlich war. Doch nach dem Erlebnis in der Flensborger Idreatshallen, haben wir eine kleine Identitätskrise. Wer sind wir überhaupt?! Etwa doch nicht die obercoolen Szenetypen, die nie im Club bezahlen oder anstehen müssen? DAS war ein Schlag in die Magengrube! Wer vorher dachte, wir sind die schärfsten im Norden (und das denkt man halt, wenn man sich da jede Woche gegenseitig reinsteigert), wurde eines besseren belehrt. Offensichtlich sind wir nur unfitte Amateurprollos, Halbstarke!


Gar nicht auf die spielerische Leistung bezogen. Hätten wir nicht wieder 531246 freie Würfe versägt, wäre das Spiel wirklich spannend geworden. Mit 8 Toren hinten gelegen, nach der Halbzeit dann auf 2 Tore ran gekämpft, um dann kläglich alles zu verschießen, aufzugeben (die waren dann schon fitter als wir) und mit 9 Toren zu verlieren. Naja.


Ne, ich meine das ganze Drumherum. Kommt man in die Halle, kostet das erstmal  6 Euro Eintritt. „Donnerschlag!“ mag man denken „hier passiert gleich Großes!“ Dann gucken einen "manneshohe" Spielerportraits an und mit "manneshoch" meine ich größer als unser grööößter Spieler. Einige unserer Jungs wollten da schon wieder in den Bus einsteigen. Zu mächtig! Plasma-High-End-Anzeigetafel vom Allerfeinsten, Hallensprecher. Cheerleader und Einlauf-Show, wie beim Superbowl (war das auch J-Lo in der Pause?)... da kamen wir aus dem Staunen nicht mehr raus. Noch vor dem Spiel die DHK App runtergeladen, um in Zukunft immer auf dem neusten Stand zu bleiben. Wahnsinn.

Mental am Boden, die Niederlage hat gar nicht interessiert, wurde sich dann nach dem Spiel im Grenzpuff....äääh in der Therme gut zugeredet und versucht Schlimmeres zu verhindern.

DHK, es wird Zeit, dass ihr wieder in die 3. Liga aufsteigt, das hält unser Ego nicht aus.

von links: Sam, Basti, Philipp, Loic, Tim und Domi ließen sich nichts anmerken und genossen die Sauna

von links: Sam, Tim, Basti, Loic, Philipp und Pepe ließen sich nach dem Spiel nichts anmerken und genossen die Therme

 

 

Nur eine Woche später ging es wieder gegen ein Topteam aus Flensburg. Diesmal zu Hause und diesmal gegen die U23 der SG! Perspektivteam, SG-Youngster, Bundesligareserve, blablabla. Die ganzen Phrasen habe ich im Hinspielbericht schon ausgepackt. Da hatten wir allerdings gewonnen und da kam das noch besser an.
Diesmal hat uns deren halbe A-Jugend in eigener Halle geschlagen...
Ich will nicht sagen, wir waren chancenlos! Es war bis zum Ende knapp, wir lagen aber das gesamte Spiel hinten. Gegen Flensburg/Handewitt II darf man auch mal verlieren. Zumindest einmal pro Saison..


Analyse:
Es war klar die Auswirkungen des DHK-Spiels! Der Egoknick zu offensichtlich. Unser Feuer brannte schon mal heller und auch unsere Halle war auch schon mal lauter. Bisschen mehr „Gewinnermentalität“ und wir hätten uns da nicht den veganen Bioaufstrich vom Vollkornbrot nehmen lassen!


Aber ein Glück ist die Psychologie ein Hobby von uns. Der Aufbauplan zu Mentalitätsmonstern steht bereits und auch du kannst was tun:

Wenn du uns also demnächst im Viertel siehst, traurig im Regen stehend, dann sagt doch mal was Nettes! Ein Klapps auf die Schulter, ein „Kopf hoch“ oder „Schwamm drüber“, sei kreativ. Oder bringt zum nächsten Heimspiel deine Nachbarn und deine alte Trompete mit! Zusammen sollten wir das wieder hinkriegen, denn:
Wir müssen unsere Star-Allüren wiedererlangen. Die arrogante Erste, zu cool, um zu lachen. Da wollen wir wieder hin!

Wir freuen uns aufs nächste Spiel, schauen uns bei Rocky Balboa ab, wie man wieder aufsteht und haben den Glauben an Bares und Klares nicht verloren!
Eure 1. Männer

Zurück