10.09.2018

1. Frauen

Zum Saisonauftakt

Geschichten, die das (Handball-) Leben schreibt

Hallo Freund(innen)e des gepflegten, weiblichen Handballspiels.

Wir haben uns auch für diese Saison einiges vorgenommen!

Der sportliche Part in Bezug auf eine Saisoneinschätzung ist ja jedes Jahr sehr schwer. Man hört wenig von den Gegnerinnen, deren Motivation und Handlungsweisen bleiben im Dunkeln, eine entsprechende Einordnung der eigenen Leistung in Bezug zu der der anderen Mannschaften ist damit schwer.

Auch wir brauchen aber Ziele, so liegt unser Fokus dieses Jahr in Teilen etwas Abseits des handballerischen Mainstreams.

Ne klar, das große Ziel ist schon umrissen: Dieses Jahr muss das Double her!

Zum zweiten Mal hintereinander Nichtaufstieg, das wäre sensationell.

Allerdings zeigen uns unsere Kontrahentinnen bereits in der Frühphase der Saison, dass uns dies sicher nicht so einfach wie noch im letzten Jahr gemacht werden wird.

Jüngst stellten die Travemünder Raubmöwen, von uns als Absteiger aus der Regionalliga als fester Garant für hart umkämpfte Punkte eingeplant, jedwege Aktivitäten ein und stürzten wie ein Stein aus dem Oberligahimmel ab.

Die hatten wir klar vor uns gesehen und so wird der Blick hin zum Aufstiegstor klarer, die Gefahr wächst.

Weitere Gegenmaßnahmen mussten also her.

Das Saisonbudget konnte Dank intensiver Arbeit nochmals nach oben geschraubt werden (Dank an Stelle an alle Sponsoren).

Flankierend dazu platzierten wir noch einige Leistungsträger auf dem Transfermarkt, die zusätzlich Kohle einbrachten.

Diese Basis ermöglichte es, jeder Spielerin eine mindestens sechswöchige Urlaubsphase in das europäische Ausland während der laufenden Saison zu finanzieren. Verkauft als vorweggenommene Erfolgsprämie für das Erreichen des oben genannten Saisonziels wird damit schon mal mächtig Druck auf die Spielerinnen ausgeübt.

Man sieht, im Hintergrund wirken echte Profis, das Psychologen- und Taktikteam rund um das Management weiß eben genau, was es tut und wie man es angehen muss.

Ihnen spielt sicher auch noch der eine oder andere vermeintliche Coup der Konkurrenz in die Karten. So durfte mit der Verpflichtung einer schwedischen Spielerin der Kader bei Todesfelde nochmals verstärkt werden. Das Anvisieren der 3.Liga ist für Todesfelde so nur noch reine Formalie und uns hilfts, denn der Platz an der Sonne ist damit bereits vorbelegt.

Diese kleinen Psychospielchen machen doch die Vorbereitung aus. 

Genau diese Spielchen, genau diese Stoßrichtung, nichts dem Zufall zu überlassen, fand ebenfalls bei unserer zukünftigen Pressearbeit ihre Anwendung.

Das bisherigen Vorgehen wurde überdacht, alles hinterfragt und somit komplett neu aufgestellt.

Zukünftig strebt das Presseressort an, zu jedem Spiel einen Bericht verfassen und – ja man mag es nicht glauben – auch veröffentlichen zu wollen. Bis dato landeten etwa 80 – 85% der bereits erstellten Berichte im Papierkorb.

Junge, hoch motivierte Mitarbeiter*innen sollen sich an der eisernen Front der täglichen Pressearbeit bewähren ohne sich aufzureiben und in die harte Realität hineinwachsen, um so den immer wieder auftretenden Erklärungsnotstands unserer konstant starken Leistungen nach außen hin zu kaschieren.

Ja, kaum zu glauben: Ein Bericht zu jedem Spiel, egal wie gut es war!

Nichts wird mehr unter den Teppich humorloser Bocklosigkeit oder fehlplatzierter Zeitengpässe gekehrt.

UND, nein Leute das ist noch nicht alles:

ein extra Team setzt in loser Abfolge eine eigene Reihe auf, in der die fachliche Seite eines erfolgreichen Damenhandballspiels inklusiver taktischer Einblicke einer Saison dem breiten, interessierten Publikum  näher gebracht werden soll.

Das ist der Hammer, oder wie der Norditaliener sagen würde „ein echtes Schmankerl“.

Also: „Gewinne, Gewinne, Gewinne“, wie man bei uns sagt.

Diese Reihe hat intern bereits den Arbeitstitel „Double“ bekommen. Man sieht, auch hier die Ausrichtung und Abstimmung hin zum Saisonziel ganz klar ablesbar.

Auf mehrfaches Nachfragen kredenzte die Redaktion sehr widerwillig eine erste Kostprobe:

Eine erfolgreiche Saison setzt voraus, den Gegnerinnen immer einen Schritt voraus zu sein.

Man baut quasi eine Strategie schon vor der Saison, ja vor der Vorbereitung auf.

Trainingseinheiten werden beispielsweise einfach gestrichen, weil z.B. der Hallenschlüssel weg, oder erst gar keine Hallenzeit da ist. Auch schlechtes Wetter beim Outdoortraining ist ein Klassiker, der immer wieder zum Einsatz kommt.

Jüngstes Highlight:

Das Trainingslager in Minden mit insgesamt vier Spielen wurde bereits nach zwei absolvierten abgebrochen. Grund: keine spielfähige Mannschaft.

Das Ergebnis: desolate Vorbereitung und somit verkorkster Start in die Saison.

Na gut, werdet ihr sagen, können die andern ja auch, ist ein alter Zopf …

Ja, nur unsere Strategieabteilung hat dieses Mal einen drauf gesetzt!

Die ersten beiden Punktspiele wurden einfach gleich mal verlegt. Ein zunächst geplantes abschließendes Trainingslager im näheren Ausland (Niedersachsen), jetzt doch abgesagt (s. Strategie oben), lässt diese Maßnahme im Nachhinein als einen von langer Hand geplanten Taktikcoup erscheinen.

So sind alle anderen im Tritt, die Tabelle hat bereits eine erste Struktur und nun kann man sich die nächsten – ja ersten – Gegner schön zurecht legen.

Den Rückzug der Travemünder Raubmöwen vorausahnend, gab es bereits ebenfalls Szenarien, wie dies am gewinnbringendsten in die Gesamtplanung eingebunden werden könnte. Erscheint es dem oberflächlichen Betrachter als ein Zufall, dass das bereits im Oktober angedachte Spiel entfällt, fühlt sich jeder Insider nur noch mehr bestätigt, die Macher klopfen sich nur kurz auf die Schulter – gut gemacht!.

Damit ist bis Weihnachten dafür gesorgt, dass gleich drei Spiele weniger gegenüber den Konkurrentinnen ausgetragen werden.

Da ist garantiert, dass man locker den Überblick behält, denn weniger Spiele heißt, zunächst immer weiter unten angesiedelt in der Tabelle.

Kommt man zu nahe an Platz Eins, kann die Marschroute jederzeit geändert werden und mal einfach eine Niederlage einflochten werden. Außerdem bietet es zum Ende der Saison hin noch die Möglichkeit, vielleicht mal ein Pünktchen zu machen, wenn es benötigt wird.

Aber da nur noch zwei absteigen, wird auch das überschaubar, außer in der Regionalliga „kackt“ mehr als eine Mannschaft ab, die in die Oberliga käme…

Die Redaktion (Double)

P.S.: neueste Info: wir sind dran, unsere letztjährige Ghostwriterin für einige Berichte in dieser Saison aus der Versenkung zu holen und erneut zum Schreiben zu verhaften. Es gab bereits erste Kontakte und ein geheimes Treffen in den nächsten Tagen steht an.

Nichts ist auf dem Kiez Zufall.

 

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