06.04.2019

FC St. Pauli - AMTV Hamburg 22:22 (12:10)

Heimspiel am Samstag, den 30.03.2019 I in der Buda Hölle

Unentschieden

Ich kann mich einfach nie entscheiden! Und dabei meine ich nicht weltbewegende, tiefschürfende Entscheidungen wie Karrierewege, den Kauf eines Hauses oder die Wahl des einzig wahren Fußballvereins. Nein, es sind die kleinen, stetig wiederkehrenden Entschlüsse, die mir die Nerven rauben. Ein besonders harter Fall: Meine Lieblingseisdiele. Selbst nach 12 Minuten in der Schlange stehe ich vollkommen ratlos vor der Vitrine: Ganz oben links zwinkert mir das leuchtend-orange Mango Sorbet zu, welches mir jetzt genau die richtige Dosis Erfrischung verpassen könnte. Auf einem Mittelplatz buhlt aber schon das exotisch-vollmundige Kokos-Maracuja-Eis um meine Aufmerksamkeit und verspricht eine echte Geschmacks-Explosion, während sich mein all time favourite, das Franzbrötcheneis am unteren Vitrinenrand beinahe übergangen fühlt. Es kommt mir fast vor wie eine Frechheit, als mich die Verkäuferin bereits nach so kurzer Bedenkzeit zu einer „Was-darf‘s-denn-für-dich-sein“-Entscheidung nötigt.

Zu viele Optionen lassen einen manchmal förmlich durch einen Wald der Möglichkeiten irren – nicht umsonst heißt es die Qual der Wahl. Und wenn man dann die vermeintlichen Entscheidungs-Experten fragt, bekommt man so hilfreiche Antworten wie: Mit voller Blase treffen wir bessere Entscheidungen, wer sich nicht entscheiden kann, braucht eine Alternative oder Ausgeschlafene wählen klüger[1]. Da kann ich nur sagen: Danke für nichts! Auch meine Freundinnen, die es irgendwie schaffen Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“ zu treffen, bewundere ich für ihre hilfreichen Bäuche. Meiner macht das leider nicht.

Aus meiner Erfahrung heraus kann man Entscheidungen nicht erzwingen – man ist sich einfach manchmal sicher. So wie letzten Samstag. Obwohl wir in der zweiten Halbzeit bereits mit vier Toren gegen den Tabellenzweiten aus Rahlstedt zurücklagen, war ich mir zu jedem Zeitpunkt des Spiels sicher, dass wir gewinnen. Ich gebe zu, zwischendurch sah es wirklich nicht danach aus, aber meine Sicherheit beruhte auf Erfahrung. In der Buda verlieren wir nicht. Genau deswegen hatte ich keine Angst, als wir nach Abpfiff und mit einem Tor mehr in der Tasche am Sechsmeterkreis standen, um den letzten direkten Freiwurf abzuwehren.

Was dann geschah ist vielleicht Pech, vielleicht auch Schicksal. Aber eins kann ich sagen: Wenn wir in der Buda spielen, bin ich mir immer sicher, dass wir gewinnen, denn wir haben die besten Fans der Welt!

 

[1] Quelle: https://karrierebibel.de/entscheidung-treffen/

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