06.12.2018

FC St. Pauli - TSV Altenholz 27:20 (13:10)

Heimspiel am 01.12.2018, 20 Uhr, Halle Budapester Straße 58

„Moin Altenholz – Heut´ wird geschreddert.“

Als Profi in Sachen Holzzerspaltung bin ich entsetzt über diesen Ausdruck!

Sicher, Holz muss abgelagert sein, also schon alt, bevor man es z.B. im Kamin verfeuert.

Für gutes Kaminholz bedarf es aber einer klaren Vorgehensweise, das sei an dieser Stelle mal gesagt.

Daher ein kurzer Abriss zur Thematik Holzverarbeitung zu Kaminholz.

Erst wird mittels Motorsäge der Baum gefällt, achtet dabei auf die vorherige korrekte Einkerbung, damit das gute Stück nicht in eine andere Richtung als die angedachte fällt. Kann manchmal unschöne Nebeneffekte haben. Danach kleines Astwerk entfernen und den Stamm sowie größere Äste in max. 40 cm Scheiben zerlegen. Vorher informieren, in welchen Kamin das dann verfeuert werden soll, denn einige Modelle vertragen lediglich 30 bis 35cm Länge!

Scheiben auf den Hänger verladen und nach Hause schaffen. Dort möglichst zeitnah weiterbearbeiten, da einige Baumarten längere Lagerzeiten mit einer erschwerten Weiterzerlegung danken. Besonders Esche und Pappel lassen sich leicht zerkleinern, wenn sie noch frisch sind und saftig.

Eine gute Axt macht den Rest. Früher noch mit Holzstiel und vorher mit einem Schleifer geschärft findet sich heute in den gängigen Fachgeschäften und Baumärkten eine gute Fiskars für schlappe fünfzig Euro. Achtet darauf, dass ihr keine zu schwere nehmt, 1,5kg bis 2kg sollte für den Hausgebrauch reichen. Die schweren entwickeln gern mal nach dem Durchschwingen eine unschöne Eigendynamik, dessen Ergebnis gern mal in Krankenhäusern versorgt werden muss.

In handgroße Stücke geschlagen und trocken gelagert kann das Holz dann nach zwei oder drei Jahren für den Kamin für wohlige angenehme Wärme sorgen (@Flo: bis hierhin solltest du das mal für deine Datscha rauskopieren!).

Nein schreddern - also was (beispielsweise Äste) mit Hilfe einer Maschine(einem Schredder oder Häcksler) in kleine Stücke zerhacken, zerschneiden oder quetschen – wollten wir sie nicht.

Eher schlagen, fachgerecht und nach einem klaren Plan.

Wir wussten, mit welcher Baumart wir es zu tun bekommen würden also 6:0 oder 3:2:1, und wir bringen für diese Baumart die notwendigen Fachkenntnisse mit.  Wir wussten, dass Baumharz bei dieser Baumart immer eine ganz wichtige Rolle spielt, weil man ja nur in Hamburg auf dem Kiez kein Baumharz kennt. Und wir wussten, dass wir auch besonders astige Holzscheiben kleinkriegen. Da konnte Svain mal die monatelange Trainingsarbeit der Torhüterinnen in ein Erfolgserlebnis umwandeln: Glückwunsch 1. Saisontor und mit Stella gleichgezogen.

Wir sind immer sehr engagiert, wenn wir es am Ende schön warm haben können in unserem Wohnzimmer. Also haben wir uns hinten mal richtig reingehängt und alles gegeben, damit wir richtig viel Kleinholz zusammenbekommen.

Auch wenn die untere Landschaftsschutzbehörde einige Auflagen machte, die wie immer bei Behörden mit gesundem Menschenverstand nicht erklärbar waren, so können wir doch stolz behaupten, gut gearbeitet zu haben.

Alles in allem haben wir für dieses Jahr genug in Holz gemacht und gelagert, um es bis Weihnachten warm zu haben. Den „faulen“ Rest des alten Holzes verfrachteten wir zurück in sein ursprüngliches Anbaugebiet, damit es neu anwachsen kann und auch zukünftig wieder zur Verwertung zur Verfügung stehen kann.

 

 

 

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