29.04.2019

1. Männer vs. VfL Bad Schwartau 2 25:16 (11:8)

1. Männer vs. VfL Bad Schwartau 2 25:16, Heimspiel am Samstag, den 27.04.2019 um 18 Uhr, Sporthalle Budapester Straße

Lieber FC St. Pauli Handball,

ich bin noch ganz beseelt von einem so schönen letzten Heimspiel. Nicht nur, dass wir noch einmal in der Buda zeigen konnten, was wir drauf haben und einen verdienten und souveränen Sieg eingefahren haben. Es kam so vieles zueinander, dass die Mädels vor uns so super gespielt haben (ich war da in der Kabine, aber was muss das für eine zweite Halbzeit gewesen sein?!?), die Stimmung war super, es waren so viele nette Menschen da und wir saßen noch lange nach dem Spiel zusammen. Alles was dich, meinen FCSPH, so schön macht, kam irgendwie zusammen an diesem Samstag. 

Sechs Jahre durfte ich für dich spielen. Ich weiß noch genau, wie ich das erste mal dein Trikot angezogen habe, ich habe mich geehrt gefühlt. Nach so vielen Jahren als St. Pauli-Fan, nach unzähligen Stadionbesuchen (jaja, damals als kleiner Steppke aufm Baum in der Nordkurve, und so…) durfte ich nun endlich selber für dich spielen. Ich wusste gleich, was eigentlich schon immer zusammengehörte hatte sich nun gefunden. 

Sportlich ging es eigentlich immer weiter bergauf, nachdem wir in den ersten Jahren primär gegen den Abstieg gespielt haben, haben sich unsere gemeinsamen Ziele mit der Zeit verschoben. Mit konstanten Ergebnissen im oberen Tabellendrittel kam das Abstiegsgespenst nur noch ganz selten mal vorbei. Persönlich hast du aus einem mittelmäßigen Handballer einen soliden Oberligaspieler gemacht, auch dafür danke ich dir. Mit Ende 20/Anfang 30 noch mal vieles dazu zu lernen (auch wenn, ich gebe zu, so mancher fangbare Ball nicht in meinem Händen gelandet ist…), ist nicht selbstverständlich. 

Immer das Wichtigste für mich war aber, dass ich in einem so unglaublich tollen Team spielen durfte. Es gibt nicht viele Menschen, mit denen man so viel Zeit verbringt, sich psychisch und auch physisch so nah ist. In acht bis zehn Stunden wöchentlich kann viel geredet, gelacht, gestritten und getrunken werden. Es macht mich zufrieden, dass ich sechs Jahre mit Jungs zusammengespielt habe, mit denen ich auch über andere Dinge als über Handball reden konnte, mit denen ich Werte teile, die mich intellektuell anregen, die meinen Horizont erweitern, auf die ich mich verlassen kann. Letzteres war schon immer und auch in anderen Teams der Fall. Erst bei dir habe ich gelernt wie schön es ist, wenn man sich in der Kabine nicht über dumme Aussagen von Mitspielern ärgern muss, wenn keiner als Schwuchtel beschimpft wird oder Dinge relativiert werden, die nicht relativierbar sind, man keinen Dorftechno zum Aufwärmen hören muss. So wahnsinnig viele Stabilitätsanker hat mein Leben nicht, die Familie ist einer, Freunde ein anderer, die Arbeit. Aber halt auch die Boys, und du, FCSP. 

Nun bleibt mir noch ein Spiel, noch einmal genießen, und dann bin ich nicht mehr Teil des Teams. Dass ich aber weiter ein Teil von dir bleiben darf, das macht mir das Aufhören überhaupt möglich. Ich bin gespannt, wie ich damit auskomme, das starke Gemeinschaftsgefühl der Mannschaft nicht mehr wie selbstverständlich mehrfach die Woche erleben zu dürfen, ich bin mir aber sicher, dass ich es dann umso mehr genieße, bei Spielen, Feiern und anderen Gelegenheiten Teil von dir sein zu dürfen. Auf der Tribüne sitzen, Bier trinken, dich anfeuern und alles besser wissen - das wird super. 

 

Ich danke euch Boys, es war mit eine Ehre und ein Hochgenuss mit euch gespielt zu haben. Und ich danke dir, FCSPH, für die besten sechs Jahre meines Handballerlebens. 

 

Auch wenn du mich manchmal wahnsinnig machst, du bist und bleibst die einzige Möglichkeit. 

 

Liebe, 

Ich. 

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